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Networking ist spannend! Doch fördert es auch den Berufserfolg?
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Textauszug


1. Vorwort
1.1. Einführung

„My friends are my ‚estate’” (Dickinson, 1958).
Beziehungen, Kontakte und somit nicht zuletzt ein persönliches Netzwerk werden häufig als Vermögen betrachtet (vgl. Seibert, Kraimer & Liden, 2001). Seit langem wird diskutiert, ob diese Gleichsetzung gerechtfertigt ist und, falls ja, wie man dieses „Soziale Kapital” näher bestimmen, definieren und abgrenzen kann (vgl. Adler & Kwon, 2002).
Gleichzeitig, oft unabhängig von standardisierten Definitionen, wird immer wieder untersucht, inwiefern sich das Knüpfen von Kontakten sowie die Pflege und Nutzung des eigenen Netzwerks auf die Lebenszufriedenheit oder den beruf-lichen Erfolg auswirken. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen weisen darauf hin, dass sowohl indirekte als auch direkte Zusammenhänge bestehen. So beobachteten beispielsweise Luthans, Hodgetts und Rosenkrantz (1988), dass in ihrer Untersuchung die erfolgreichsten Manager rund 70 Prozent mehr Zeit für Networkingaktivitäten aufwendeten als weniger erfolgreiche Vergleichspersonen.

Nichtsdestotrotz ist das Thema so unscharf, dass im Detail unterschieden werden muss. Burt (1997) beobachtete bei einer umfassenden Untersuchung, dass der Nutzen von „Sozialem Kapital” (vgl. Lin, 2001), und somit auch von persönlichen Netzwerken, sehr stark von der Anzahl der Personen, welche die gleiche Tätigkeit ausüben, abhängig ist. Gleichzeitig gilt diese Erkenntnis nur für die von Burt aufgestellte Definition von „Nutzen”. Gerade diese variiert aber stark, je nach Ziel und Zielgruppe der Studie.
Generell kann zunächst lediglich festgehalten werden, dass Personen untereinander interagieren und Netzwerke bilden, um davon in irgendeiner Art und Weise zu profitieren (Lin, 2001).
Hierbei stellt sich unter anderem die Frage, ob sich die notwendige Investition von Zeit und Engagement am Ende lohnt. Führt Networking zu konkretem Berufserfolg? Welche Rolle spielen insbesondere neuartige Entwicklungen wie online-basierende, so genannte „Social Networks”?
Dieser und weiteren damit zusammenhängenden Fragen soll auf den nachfolgenden Seiten nachgegangen werden.

1.2. Vorgehen
Um der Komplexität des Themas gerecht zu werden, erfolgt zu Beginn eine detaillierte Untersuchung und Definition der beiden Kernbegriffe „Networking” und „Berufserfolg”.
Hierbei soll insbesondere dargestellt werden, welche unterschiedlichen Ausprägungsarten bestehen und wie sich die einzelnen Punkte weiter untergliedern lassen. Im Bereich „Networking” wird vor diesem Hintergrund vor allem auf moderne Nutzungsarten in Form von so genannten „Social Networks” und vergleichbaren Internet-basierenden Technologien eingegangen.

Nach der Vorstellung dieser beiden Themengebiete wird der für die Beantwortung der obigen Fragestellungen notwendige Zusammenhang näher beleuchtet. Hierzu werden die Ergebnisse von vergangenen Studien analysiert und bewertet.
Anknüpfend an diese erste Untersuchung, erfolgt die Datenanalyse einer eigenen Befragung. Diese soll andere Arbeiten um Anhaltspunkte ergänzen und insbesondere mögliche Zusammenhänge zwischen der Ausprägung von Berufserfolg und bestimmtem Networkingverhalten aufzeigen. Darüber hinaus wird überprüft, inwiefern die allgemeine Berufszufriedenheit von Personen mit deren selbst-definiertem und -evaluiertem Erfolg zusammenhängt, wie das Networkingverhalten mit dem Glauben an dessen Erfolg korreliert und welche Rolle moderne Networkinginstrumente spielen.
Abschließend erfolgt eine zusammenfassende und umfassende Bewertung der Ergebnisse.





3. Begriffsklärung „Networking”
3.1. Einführung

Wie schon von Granovetter (1973) festgestellt, erfüllen persönliche Netzwerke eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, an Informationen zu gelangen (siehe auch Campbell, Marsden & Hurlbert, 1986).
Daher verwundert es nicht, wenn Manager davon überzeugt sind, für eine erfolgreiche Karriere ein umfassendes Netzwerk an Kontakten innerhalb und außerhalb ihres Unternehmens zu benötigen (vgl. Kaplan, 1984). Gemäß Kaplans Ausführungen sind insbesondere diese Führungskräfte darauf angewiesen, an vielfältige, teils informelle, strategisch bedeutsame Informationen zu gelangen, um sich im Unternehmen bewähren zu können.
Betrachtet man das komplexe Feld von sozialen Netzwerken genauer, ist es zunächst wichtig, zwischen der Untersuchung der besagten Netzwerkstruktur und dem dazu führenden Networkingverhalten zu differenzieren (Michael & Yukl, 1993). Der Begriff „Networking” bezieht sich lediglich auf eine bestimmte Verhaltensweise (vgl. Michael & Yukl, 1993; Witt, 2004). Im Detail ist also insbesondere die „Social Capital”-Theorie (vgl. Lin, 2001) von Untersuchungen zur Aktivität des „Networkings” abzugrenzen (vgl. Adler & Kwon, 2002).
Im Rahmen dieser Arbeit wird „Networking” gemäß der Definition von Wolff und Moser (2009) als Verhalten angesehen, welches darauf abzielt, informelle Beziehungen zu Personen aufzubauen, zu pflegen und zu nutzen, die potentiell bei arbeitsrelevanten Tätigkeiten unterstützen sowie freiwillig Zugang zu Ressourcen gewähren und somit im Allgemeinen Vorteile liefern können (vgl. auch Forret & Dougherty, 2004). Kontakte müssen bei dieser grundlegenden Betrachtung nicht zwangsweise hierarchisch höher gestellt sein (vgl. Kram & Isabella, 1985), sondern lediglich nutzenswertes Potential aufweisen (vgl. Beggs & Hurlbert, 1997).

3.2. Funktionsweise
„Zusammenkommen ist ein Anfang. Zusammenbleiben ist ein Fortschritt. Zusammenarbeiten ist ein Erfolg.” (Subramanian, 2003, S. 203)
Gemäß dieser Aussage von Henry Ford gliedert sich die Tätigkeit des „Networking” grundsätzlich in die drei Bereiche „Aufbau der Beziehung”, „Pflege der Beziehung” und „Nutzung der Beziehung”, wobei der letzte Schritt in der Regel zu besagtem, konkretem Erfolg führt (vgl. Kaplan, 1984).
Der Aufbau von Beziehungen kann auf vielerlei Arten geschehen. Grundlegend ist die aktive Kommunikation mit potentiell nützlichen Personen (Torres, 2005). Hierzu lässt sich generell eine Vielzahl an Networkinginstrumenten nutzen. Nach Michael und Yukl (1993) zählen hierzu unter anderem Anrufe oder persönliche Besuche, informelle Gespräche im Rahmen von Konferenzen, gemeinsame Mittagessen, Geschenke sowie die Weitergabe von Ratschlägen und wichtigen Informationen, aber auch von Gerüchten.
Die Pflege von Beziehungen gestaltet sich ähnlich. Neben dem reinen „Kontakthalten” rückt nach und nach der Austausch von Leistungen in den Vordergrund (vgl. Liden & Mitchell, 1988; Tichy, Tushman & Fombrun, 1979). Dies kann bspw. die gegenseitige Weitergabe von wertvollen Informationen und Ratschlägen, aber auch Unterstützung auf dem Karriereweg sein (vgl. Wolff & Moser, 2010). Während der Erhalt von Leistungen als Kontaktnutzung angesehen werden kann, stellt die Herausgabe dergleichen einen Teil der Kontaktpflege dar. Für ein funktionierendes Netzwerk ist es somit essentiell, dass Networking nicht als „Einbahnstraße” verstanden wird (Byham, 2009).





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"Unter der Tätigkeit "netzwerken" (Networking) versteht man den Aufbau und die Pflege eines Beziehungsgeflechts einer mehr oder weniger großen Gruppe von einander "verbundenen" Personen, die sich gegenseitig kennen, sich informieren, und manchmal unabhängig von ihren Leistungen zum Beispiel in ihrer Karriere fördern oder andere Vorteile verschaffen." (wikipedia.de)